Umschlagshäufigkeit

Die Umschlagshäufigkeit, oft auch als Lagerumschlagshäufigkeit bezeichnet, gibt an, wie oft der durchschnittliche Lagerbestand eines Unternehmens innerhalb eines Zeitraums, z.B. innerhalb eines Jahres, verkauft wird. Sie gibt außerdem an, wie oft die Menge oder der Wert einzelner Vermögens- oder Kapitalteile in einer Abrechnungsperiode umgesetzt wurden. Man betrachtet also die Frage, wie oft Materialen eigentlich aus dem Lagerbestand entnommen wurden.

Aus Rentabilitätsgründen ist es sinnvoll die Umschlagshäufigkeit zu maximieren. Denn bei gleichem Jahresumsatz wird das in den entsprechenden Vermögenswerten gebundene Kapital verringert. Zusätzlich werden dadurch die Lagerkosten gesenkt.

Methoden zur Erhöhung der Umschlagshäufigkeit sind z.B. eine Senkung des Sicherheitsbestands, eine Verkürzung der Beschaffungszeiten oder eine Optimierung des Sortiments. Eine Verminderung der Umschlagshäufigkeit bedeutet in den meisten Fällen, dass die Lagerhaltung und damit die Kapitalbindung zugenimmt.

Um eine möglichst guten Überblick zu erhalten, sollte die Umschlagshäufigkeit nicht nur pauschal für das gesamte Lager, sondern auch pro Materialgruppe oder auch Materialposition betrachten werden.

Allerdings ist eine geringe Umschlagshäufigkeit nicht grundsätzlich negativ zu bewerten. Es gibt auch Situationen, in denen man Material mit niedriger Lagerumschlagshäufigkeit dennoch im Lager behält:

  • Das Material ist ein wichtiges Maschinenersatzteil mit langer Lieferzeit oder schwerer Wiederbeschaffung, ohne welches die komplette Produktion zum Erliegen kommen würde.
  • Bestimmte Materialien werden aus spekulativen Gründen – z.B. in Erwartung einer Preiserhöhung oder wie bei Wein, für Reifeprozesse – gelagert. In solchen Fällen ist eine Betrachtung der Umschlagshäufigkeit nicht sinnvoll.

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