Lagerkennzahlen

Per Definition sind Lagerkennzahlen messbare Werte, die berechnet werden können und eine Aussage über die Qualität und Effektivität eines Lagers machen. Oft sind dabei Kompromisse zu treffen, wie beispielsweise geringe Lagerkosten und gute Produktverfügbarkeit, da sich diese beiden Ziele gegenseitig widersprechen.

Kennzahlen haben deshalb hauptsächlich Vorteile: Sie können nicht nur die Leistung im Lager steigern, es können gleichzeitig auch die Bestände optimiert und sogar die Bestellvorgänge verbessert werden. Dabei ist es wichtig sich auf die für das jeweilige Unternehmen relevanten Kennzahlen zu beziehen und branchenspezifische Standards zu setzen. Deshalb soll es hier um die wichtigsten Kennzahlen rund um den Lagerbestand gehen.

Aufgaben von Lagerkennzahlen

Lagerkennzahlen haben vor allem die Aufgabe, sowohl positive als auch negative Veränderungen von lagerbezogenen Zielen erkennbar zu machen. Dadurch können fehlerhafte Prozesse leichter identifiziert und behoben werden. Des Weiteren haben Kennzahlen die Aufgabe, Prognosen über Dinge wie zukünftige Bestellmengen, Lagerzeiten oder Lagerkosten zu geben. Gleichzeitig können Kennzahlen als direkte Ziele für Mitarbeiter verwendet werden und somit die Moral steigern.

Kennzahlen im Überblick

Im Folgenden gibt es eine kurze Auflistung der wichtigsten Kennzahlen im Bereich Lagerbestand:

  1. Lagerumschlagshäufigkeit:
    Die Lagerumschlagshäufigkeit gibt Ihnen an, wie häufig Sie den Bestand Ihres Lagers innerhalb einer bestimmten Zeit umschlagen. Das hilft beispielsweise Lieferanten, um zu überprüfen wie gut sie einen Artikel auf Lager haben müssen. Denn wenn eine Artikelgruppe einen exorbitant hohen Umschlag hat, ist dies ein Zeichen den Artikel öfter zu bestellen. Umgekehrt ist ein enorm niedriger Umschlag ein Zeichen dafür, dass man einen Überbestand hat. Berechnet wird die Lagerumschlagshäufigkeit mit folgender Formel: 
    lagerumschlagshaeufigkeit-berechnen 
  2. Durchschnittlicher Lagerbestand:
    Der durchschnittliche Lagerbestand sagt aus, wie hoch die Bestände im Laufe eines Geschäftsjahres sind. Er kann deshalb als Wert- oder Mengengröße berechnet werden.
    Berechnet wird dies mit der folgenden Formel:
     Lagerbestand berechnen
  3. Kapitalbindung:
    Die Kapitalbindung gibt an, wie viele nicht liquide – also nicht „flüssige“ – Vermögensgegenstände ein Unternehmen besitzt. Ein Beispiel dafür sind Autos, Maschinen oder Computer. 
    Kapitalbindung berechnen
  4. Durchschnittliche Lagerdauer:
    Die durchschnittliche Lagerdauer gibt an, wie die aktuelle Situation der Kapitalbildung im Lager ist, denn sie erteilt Auskunft darüber, wie lange die Bestände und dementsprechend auch das dafür benötigte Kapital durchschnittlich im Lager gebunden sind. Generell kann man sagen: Je Länger die Lagerdauer eines Produktes, desto schlechter, da Lagerdauer immer mit Kosten verbunden ist.
    Berechnet wird dies mit der folgenden Formel:
     Lagerdauer berechnen
  5. Lagerzinsen:
    Die Lagerzinsen geben an, wie viel Prozent Zinsen durch das im durchschnittlichen Lagerbestand gebundene Kapital während der durchschnittlichen Lagerdauer kostet.
    Berechnet wird dies mit der folgenden Formel:
     Lagerzinsen berechnen

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