Die Pandemie seit nunmehr zwei Jahren Dauerthema und wirkt sich auf alle Bereiche des Lebens und der Wirtschaft aus. Lieferengpässe und Produktionsprobleme entlang der Supply Chain gehör(t)en zu den gängigsten Problemen in der Wirtschaft. Die Gesamtfolgen sind noch nicht überschaubar, es steht allerdings fest: Die Corona-Krise bringt ein Umdenken mit sich. Nachhaltigkeit, Digitalisierung und transparente Lieferketten sind Themen, die verstärkt in den Fokus geraten sind.

Unternehmen, die sich mit diesen Themen noch nicht auseinandergesetzt haben, müssen aktiv werden. Alle drei Bereiche haben gemeinsame Schnittstellen und können teils zeitgleich vorangetrieben werden. Das steigende Bewusstsein für Umwelt- und Klimaschutz bei Konsumenten und die stetig härteren Regelungen seitens der Politik werden dauerhaft wenig Spielraum für „Greenwashing“ lassen. Echte Bemühungen sind also gefragt – und zahlen sich oftmals wortwörtlich aus.

Gründe das eigene Unternehmen nachhaltiger zu gestalten:

  • Politischer Druck durch neue Regelungen wie das neue EU-Lieferkettengesetz und der European Green Deal
  • Erschließung neuer Kundengruppen, die für Klimaschutz und Nachhaltigkeit sensibilisiert sind
  • Höhere Wettbewerbsfähigkeit durch eine stärkere Positionierung als umwelt- und klimabewusstes Unternehmen
  • Kosteneinsparungen durch effizientes Energiemanagement und geringeren Ressourceneinsatz
  • Höhere Widerstandsfähigkeit in Krisenzeiten und mehr Zukunftssicherheit
  • Vorteile im Employer Branding: Bewerber bevorzugen oft soziale und nachhaltige Arbeitgeber

Good Practices für mehr Nachhaltigkeit

Flexibilität, Kreativität, Innovation und Transparenz müssen im Vordergrund stehen, will man echte Nachhaltigkeit erreichen. Konkrete Optimierungsfelder sind Transport, Logistikimmobilie(n), Intralogistik sowie Planung und Strategie entlang der Lieferkette. Umweltmanagementsysteme (UMS) wie EMAS helfen, systematisch und effektiv zu mehr Nachhaltigkeit zu gelangen und sich nicht bei der Vielzahl der Optimierungsmöglichkeiten „zu verlaufen“.

UMS & EMAS

Um Umweltauswirkungen im eigenen Betrieb zu erfassen und zu steuern eignen sich standardisierte Verfahren wie Umweltmanagementsysteme (UMS). Dafür gibt es verschiedene Anbieter und unterschiedliche Ansätze; von niedrigschwelligen wie z. B. Ökoprofit, QuB und QuH bis hin zu sehr umfangreichen wie EMAS. Letzteres bietet viele Überschneidungen und strukturelle Ähnlichkeiten mit anderen Normen wie ISO 50001 für das Energiemanagement, DIN ISO 26000:2011-01 Gesellschaftliche Verantwortung von Organisationen und der Norm DIN EN ISO 9001 zum Qualitätsmanagement(1).

Möglichkeiten im Transport

Senkung der Treibhausgasemissionen durch eine höhere Transporteffizienz, Routenoptimierung, umweltfreundlichere Verkehrsträger, die Nutzung energieeffizienter Fahrzeuge, umweltschonende Ladungsträger und Fahrerschulungen für eine wirtschaftlichere Fahrweise – in allen Bereichen gibt es Fortschritte. Zu Wasser sollen ab 2030 riesige Lastschiffe ohne Emissionen unterwegs sein, finanziert aus einem weltweiten Forschungs- und Entwicklungsfond(2). Zu Lande gibt es bereits mehr Optionen: So transportiert beispielsweise S. Pellegrino sein Mineralwasser aus Italien nach Deutschland zu 80% per Zug. Für die anderen 20% werden schrittweise umweltfreundlichere Fahrzeuge als klassische Diesel-LKWs genutzt – wie z.B. der ecovium Kunde Ansorge Logistik im Einsatz hat. Und auch im Luftverkehr geht es voran. DB Schenker und Lufthansa Cargo bieten seit April 2021 C02-neutrale Frachtflüge mit Sustainable Aviation Fuel (SAF) zwischen Frankfurt am Main und Shanghai.

Möglichkeiten für Logistikimmobilien

Um den Klimawandel auf plus 1,5 bis 2,0 Grad einzudämmen, müssen Neubauten ab sofort klimaneutral gebaut und Bestandsimmobilien mittels Klimaschutzfahrplan entsprechend modernisiert werden(3). Ökostrom, energiesparende Beleuchtung durch Tageslicht, Begrünung für eine natürliche Kühlung, Regenwasseraufbereitung, Solaranlagen zur Stromversorgung: Die Möglichkeiten sind insbesondere für Neubauten sehr vielfältig und Klimaneutralität kann bereits heute gewährleistet sein. Ein positives Beispiel: Das größte Distributionszentrum von L’Oréal in Muggensturm entspricht dem Goldstandard der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) und wurde für sein CO2-neutrales Konzept mit dem Logix Award prämiert. Ebenfalls erwähnenswert: Der ecovium Kunden Sativa Rheingau AG, ein biodynamischer Saatgutbetrieb wird dieses Jahr einen Neubau fertigstellen, der passend zur demeter-geprägten Unternehmensphilosophie nicht nur in Sachen Energieversorgung und Intralogistik, sondern auch in Sachen Baumaterial auf Nachhaltigkeit setzt.

Nachhaltige Beschaffung

Von Laptops über Arbeitskleidung und Putzmittel bis zum Kopierpapier: Für die meisten Dinge, die am Firmenstandort und in den Filialen gebraucht werden, gibt es nachhaltige Produkte. Anbieter und Infos zu Siegeln sowie rechtliche Informationen finden Sie gebündelt bei Initiativen wie dem Kompass Nachhaltigkeit.

Möglichkeiten in der Logistikplanung und Lieferkette

Ökoeffizientes Flotten- und Behältermanagement, eine entsprechende Netzwerk-, Touren- und Standortplanung unter Berücksichtigung nachhaltiger Kriterien sowie kooperative Transporte, Lieferketten-Entschleunigung und innovative Versorgungskonzepte bieten in der Logistikplanung viel Spielraum für die Unterbringung nachhaltiger Konzepte. So berichtet z.B. die internationale Non-Profit-Organisation CDP im aktuellen Supply Chain Report, nach Befragung von über 13.000 Unternehmen, dass Zulieferer fünfmal so viel CO2 verursachen wie die Konzerne selbst. Entsprechend hoch ist hier also das Optimierungspotential.

Möglichkeiten in der Intralogistik

Oft unterschätzt und nicht immer ganz so offensichtlich sind die Chancen durch eine Digitalisierung der Intralogistik und konkrete Maßnahmen entlang der Lagerprozesse. Eine moderne Logistiksoftware ist hierfür Voraussetzung, es existieren aber noch mehr Möglichkeiten. Einige davon beleuchten wir für Sie im nächsten Abschnitt.

Chancen im Lager mit der richtigen Softwarelösung

Effizienzsteigerung, Kosteneinsparungen und Nachhaltigkeit schließen sich auch in der Intra- und Lagerlogistik nicht aus. Ganz im Gegenteil: Oft gehen sie Hand in Hand und entsprechende Projekte bringen einen schnellen ROI. Eine Lagerverwaltungssoftware wie z.B. von ecovium bringt bereits viele Funktionen und Module mit, die zu einer konkreten Steigerung der Nachhaltigkeit führen, wie die nachstehende Auswahl zeigt.

LVS-Funktionen für mehr Nachhaltigkeit:

  1. Digitale Prozessführung und Inventur ohne überflüssige Papiernutzung
  2. Ressourcensparende Kommissionierung durch Multiorder-Picking und Sammelkommissionierung
  3. Reduzierung von Leerfahrten und kürzere Wege für weniger Energieverschwendung
  4. Staplerleitstand für einen optimierten Staplereinsatz mit weniger CO2-Ausstoß
  5. Professionelle Verwaltung von Gefahrgut und -stoffen für weniger Unfälle
  6. MHD-Verwaltung und optimierte Kommissionierreihenfolgen für weniger Abfall
  7. Materialverwaltung mit Maßen, Gewichten sowie Reststückverwaltung für weniger Ausschuss
  8. Stammdatenverwaltung für optimiertes Transportieren und Verpacken
  9. Professionelles Palettenhandling für weniger Verluste
  10. Track & Trace sowie Retourenhandling für optimierte Versandabläufe
  11. Produktionsanbindung für weniger Materialverschwendung
  12. u.v.m.

Ideen für weitere Einsparungen von Emissionen und Kosten

Steuerung von Regalbediensystemen bzw. AKLs nach Bedarf:

Regalbediengeräte sind Stromfresser, zumal oftmals nur 10% der verwendeten Energie zur eigentlichen Beförderung der Last genutzt werden. Zur Optimierung bereits bestehender Anlagen bleiben nur wenig Möglichkeiten wie die Energierückgewinnung. Am einfachsten umzusetzen ist die Optimierung der Geschwindigkeit oder gar das zeitweilige Ausschalten: passend zur Auslastung und Fahrtstrecke können die meisten Anlagen langsamer getaktet werden, was Energie und Abnutzung spart. Bis zu 37% Energieeinsparung ist dadurch möglich.(4) Unterstützt werden kann dies durch eine Lagerverwaltungssoftware wie z.B. von ecovium. Dadurch wird manuelles Umschalten überflüssig.

Flurförderzeuge mit Energierückgewinnung nutzen:

Schaut man sich am Markt nach Elektro-Flurförderzeugen um, gibt es mittlerweile sehr viele überzeugende Modelle. Achten Sie beim Kauf darauf, dass auch Energierückgewinnung stattfindet, denn so senken Sie die anfallen Stromkosten zusätzlich.

Intelligente Lichtsteuerung:

Selten genutzte Gassen (z.B. bei den C-Artikeln oder in Automatiklagern) müssen nicht dauerhaft ausgeleuchtet werden. Bewegungssensoren schaffen hier eine simple wie effektive Abhilfe.

Bei der Hardware auf Energieeffizienz achten:

Scanner, Terminals, Drucker, usw. - auch hier gibt es Möglichkeiten, Strom zu sparen.

Volumenreduzierte (Mehrweg-) Verpackungen und nachhaltiges Versandmaterial:

Aldi Süd setzt seit 2010 extrem platzsparende und gut recyclebare Klappboxen für den Transport von Obst- und Gemüse ein. Damit konnten allein in 2017 mehr als 60 Mio. Kartonagen(5) eingespart werden. Neue Materialien wie Bio-Stretchfolie für Paletten, Styropor-Ersatz aus natürlichen Stoffen wie Pilzen und Zuckerrohr, u.v.m. -diese und ähnliche Verpackungen und Materialien können auch in der Intralogistik eingesetzt werden und so zu mehr Nachhaltigkeit beitragen.

Ressourcenschonung durch künstliche Intelligenz

Mit Künstlicher Intelligenz (KI) wird das Lager zum „Learning Warehouse“: die Lieferkette wird nicht nur optimiert, sondern die Prozesse können perfektioniert und die Entscheidungen schneller, besser und genauer als die von Menschen. Einsatzgebiete gibt es viele und visionäre Szenarien ohne Menschen aber mit komplett autonomen und intelligenten Robotern, Fahrzeugen in Hightech-Produktionen und Lagerhallen bringen so manch einen ins Schwärmen. Leider sind jedoch viele dieser Visionen extrem kostspielig und werden noch von gesetzlichen Hürden und teils unausgereifter Technologie gebremst – oder erfordern einen kompletten Umbau der Intralogistik. Welche Einsatzbereiche gibt es also für Teilbereiche der Intralogistik in bestehenden Infrastrukturen und wo kann KI schon heute gut eingesetzt werden? Nachstehend ein paar Beispiele:

  • Pick-by-Voice Sprachsteuerung braucht KI-Technologie. Die entsprechende Technik ist schnell gekauft und an Ihre Lagerverwaltungssoftware angebunden.
  • Bilderkennung ist ebenfalls ein KI-Thema und kann z.B. am am Ende des Produktionsprozesses zum Einsatz kommen. So kann eine KI Ihre Produkte mit einer digitalen Abbildung vergleichen und fehlerhafte Produkte aussortieren – sogar mit höherer Genauigkeit als ein menschliches Auge. So gelangen fehlerhafte Produkte gar nicht erst in den Versand und sparen entsprechende Ressourcen in Versand und Transport sowie Retouren
  • Echtzeit-Bestandskontrolleist auch ohne KI möglich, kann per KI jedoch perfektioniert werden und trägt so zu einer weiteren Prozessautomatisierung Ihrer Lieferkette bei.
  • In Ihrer Lagerverwaltungssoftware stecken i.d.R. bereits ausreichend Informationen, um per KI Ihr intralogistisches Transportmanagement weiter zu tunen und fahrerlose Transportsysteme zu steuern. Fahrzeuge von z.B. Linde Material Handling nehmen ihre Umgebung detailliert wahr und können so als kooperative Roboter dabei helfen, die Abläufe im Lager enorm effizient zu gestalten. Sprechen Sie uns auf die Möglichkeiten an!
  • Lassen Sie Ihr Flottenmanagement mit künstlicher Intelligenz verbessern! Reiserouten in Echtzeit unter Berücksichtigung aktueller Verkehrsinformationen und Art der Waren sowie eine entsprechende Senkung von Kosten und Emissionen sind das Ergebnis.

Warum warten? Jetzt Beratung anfordern.

Stellen Sie Ihr Business zukunftssicher auf und warten Sie nicht, bis der Wettbewerb Sie abgehängt hat. Ihre Entscheidung kann noch heute fallen. Unser Team berät Sie gerne und zeigt Ihnen live und unverbindlich die Möglichkeiten Ihre Supply Chain und Intralogistik zu optimieren und somit Ihre Prozesse nachhaltiger zu gestalten!

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